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Otto Dörler - Abschied als Obmann






Gästebuch Rampenlicht

Landesverband Vorarlberg für Amateurtheater

Last Update:
01.01.2010


 

"Ein lachendes und eine weinendes Auge"

Das Theater ist immer noch seine große Leidenschaft, aber nach 15 Jahren als Chef der Theatergruppe Rampenlicht in Lauterach übergibt Otto Dörler nach der erfolgreichen Produktion „A schöne Liech“ das Vereinsruder. Der Nachfolger wird bei der nächsten Jahreshauptversammlung gewählt.


Wenn man mit Otto Dörler über Theater und seine große Leidenschaft dafür redet, ist das wie eine Reise durch die letzen Jahrzehnte. Der 14-jährige Otto war 1964 Mitglied bei der katholischen Jugend und - weil es die Kollegen auch machten und in Lauterach sowieso Nichts los war – machte er beim Theater mit. Die ersten Erfahrungen machte er dabei als Statist und Bühnenschieber. 1966 gab es auch die erste „winzige“ Rolle.

1968 wurde die Freizeitbühne 68 gegründet, die im alten Vereinhaus Vorstellungen gab. Nach dem Bundesheer gab es in den 70iger ein paar Jahre Pause.


Aus den Theaterspielenden Teenagern waren Erwachsene geworden, die andere Prioritäten hatten. Erst 1984 mit der Eröffnung des Hofsteigsaales hieß es endlich wieder Vorhang auf. 1990 wurde die neue Theatergruppe Rampenlicht gegründet und Otto Dörler wurde Obmann. Die Maxime dieser Gruppe ist vor allem „Wir machen das gemeinsam“. Beim Bühne-Aufbau packen alle mit an, es gibt gemeinsame Theaterbesuche und Ausflüge. Irgendwie ist es Otto Dörler fast peinlich darüber zu sprechen, aber auf das Team und den Zusammenhalt in seiner Theatergruppe ist er sehr stolz.

Um eine Theatergruppe zu gründen braucht es sicher auch Mut?
Otto Dörler: Ja, es hat Mut gebraucht, aber ich habe mich zu dieser Zeit auch beruflich selbstständig gemacht und mir gedacht, wenn ich das schaffe, schaffe ich auch anderes.

Erzähl uns von deinem schönsten Theater-Erlebnis?
Otto Dörler: Es gibt so viele. Einmal haben wir als Kulisse ein Zirkuszelt gebaut. „Der nackte Wahnsinn“ (2002) war eine enorme Leistung. Aber die Rolle im Lumpazivagabundus war sicherlich das größte Theatererlebnis. Ich habe 1968 drei keine Rolle darin gespielt und 1986 den Tischler Leim. Das ist einfach ein phantastisches Stück und da hab ich auch zum ersten Mal gemerkt, was Theater wirklich ist. Da hat es mich richtig gepackt.

Hast du auch Erinnerungen an Reaktionen von Zuschauern?
Otto Dörler: In „Seitensprung ins Paradies“ (1994) hab ich einen ziemlichen Lüstling gespielt und auf der Straße hat mich eine Frau angesprochen „immer wenn ich Sie sehe, muss ich lachen“. Bei manchen Stücken hatten wir Zuschauer, die sogar zweimal kamen. Das macht natürlich stolz.

Was bedeutet das Theater für dich?
Otto Dörler: Man kann in andere Rollen schlüpfen, auch einmal einen fiesen Hund spielen und man lernt Hemmungen zu verlieren. Wichtig ist, dass man sich selbst nicht zu ernst nimmt und über sich selbst lachen kann. Das Theater-spielen ist aber auch eine Lebensschule. Man tut sich in vielen Situationen des Lebens einfach leichter. Aber ganz ehrlich, wenn man erst einmal dabei gewesen ist, lässt es einen nicht mehr los.

Warum ist dann jetzt Schluss mit dem Theater?
Otto Dörler: Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Gruppe hat sich sehr gut entwickelt und ich denke, es ist der Zeitpunkt erreicht, dass es auch ohne mich geht. Ich möchte auch nicht mehr die Gesamtverantwortung tragen. Die Leute sehen nur die paar Vorstellungen im Jahr und sehen nicht die Arbeit, die dahinter steckt. Das Organisieren, die Stücke- Auswahl, es gibt wirklich das ganze Jahr genug zu tun.

Was macht Otto Dörler nach seinem Abschied als Obmann?
Otto Dörler (lacht): Ich bleibe Mitglied im Verein, vielleicht braucht’s ja mal einen komischen Alten. Von der Leidenschaft kommt man nicht so schnell los …

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